FH 2011 – Frühjahr – zwanzich

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Published on: 11. Mai 2011

zwanzich

 

So, ich bin wieder schreibwillig.
Am Sonntag wollte ich dann doch lieber den Liegestuhl statt Sattel, Kaffeetässchen statt Pulle und Kuchen- statt Carbongabel…

Aber der Samstag war ein wirklich wunderschöner Tag, Sommerwetter und eine traumhafte Strecke. Ich war von meiner eigenen Planung ebenso überrascht wie angetan.

Die Okertalsperre-Torfhaus-Traverse ist ja wohl klasse, der Belag ohne Makel, die Landschaft einmalig – die Prozente üppig.

Hinab gestürzt in die Altenau-Abfahrt, mit Tempo 80 und mehr. Weiter links haltend in Richtung Hochharzstrasse: wenig Autoverkehr, schön kurvig, lichter Wald, mäßiger Anstieg, angenehm zu fahren.

Das Stieglitzeck danach ist eben das Stieglitzeck danach – immer wieder autsch.

Weiter über den 830 m hohen Sonnenbergsattel – die höchste öffentliche Passstrasse in Norddeutschland – nach St. Andreasberg. Die Bergstadt kann ja nun mal auch nix dafür, dass jede, wirklich jede Strasse ein mehr oder weniger ordentliches Gefälle aufweist. Immerhin erstreckt sich der Ort von 500 m bis 720m NN – inkl. Sonnenberg als Ortsteil sogar bis 850 m Meereshöhe! Da der Supermarkt in der Oberstadt liegt, war das Flaschenauffülen doch eine gute Gelegenheit, die Herren- bzw. Breite Strasse mal kennenzulernen.

Steil, ja, aber soo lang ja nun auch nicht und als inoffizieller Scharfrichter der Niedersachsenrundfahrt eigentlich ein Pflichtprogramm für jeden ernsthaften Rennradler.

Wirklich leid tut es mir um die Forstarbeiten im Siebertal – aber ich stecke weder drin, noch kenne ich eine verlässliche Quelle für Verkehrsinformationen für Waldwege. Die Strasse wäre ich gern durchgefahren, das Tal ist ein Traum! Immerhin liess es sich auf dem weichen Untergrund aus Rinde und Fichtennadeln recht komfortabel laufen …

Der deswegen nötige Rückweg über Siebertal nach St. Andreasberg war sicher kein schlechter Ersatz, der Ausblick märchenhaft,

die sich den Berg hochwindenden Kurven die Höhenmeter bis Sonnenberg in Summe die gleichen wie die ursprünglich geplanten. Dass wir deswegen die 15%ige Hauptstrasse in ‚Annerschbarrich‘ wieder hoch mussten, tut mir sehr leid – aber hey, das ist der Harz. Die Andreasberger haben das jeden Tag.

Ich kann euch jedenfalls versichern, dass ich meine Beine nicht nur auf dem Rückweg nach Hannover (vor allem auf dem merkwürdigen Anstieg hinter Upen in rabenschwarzer Vormitternachtsstunde), sondern auch am Sonntag sehr deutlich gespürt habe. Aber ist es nicht gerade die etwas eigentümliche Mischung aus nachlassendem Schmerz und einsetzender Wundheilung, die uns das Gefühl höchster Erfüllung und Zufriedenheit beschert?

Wie auch immer: für den Herbst ist mindestens das Siebertal gesetzt. Buchen und Ahorn dürften uns bei glücklicher Terminwahl ein farbenfrohes Spektakel zu bieten haben. Die ‚OTS‘-Torfhaus-Traverse nehme ich auch immer wieder gern mit. Schön, steil, lang.
Und noch eines weiss ich: eine Bibi ist auf jeden Fall ratsam: sie erspart dem einen die Mühen, die er/sie vielleicht doch nicht auf sich nehmen möchte und dem anderen das Warten, das (zwar nicht schlimm ist, aber) eben unter Umständen die Zeit für den letzten Anstieg zum Wurmberg kostet.

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