FÖ 2006 – pinguin

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Published on: 18. Juni 2006

pinguin

 

N’Abend…

Ja, war nett. Das Wetter deutlich besser als von mir erwartet, ich hatte Klamotten im Rucksack für -80° Celsius…

Telegramm auch von mir:
# Freitag Abend problemlose Reise bis Leutasch, dann Weltuntergangsstimmung…
# Zirler Berg runter, Kematen, Kühtai hoch. Dauerregen und Wind wie Sau. Oben auf dem Sattel dachte, ich, ich fahr‘ wieder heim…
# Runter nach Ötz, dort was gegessen
# Weiter nach Sölden, Karre auf’m Parkplatz unterhalb der Kirche hingestellt, das wichtigste hergerichtet und abgelegt.
# Nach 4 Stunden Schlaf gegen 3 Uhr Morgens aus den Federn. Es war trocken und 10° C warm.
# Um 4:45 Uhr losgerollt, runter nach Ötz. Paar Photos von der Morgenstimmung gemacht. Um 6 Uhr in Ötz am Abzweig gewesen.
# Netto war ich in 1:20 h das Kühtai oben, Photos ziemlich am Schluss gemacht, lustige Viecher stehen da rum… Was gegessen. Abfahrt gegen 25 nach 7 Uhr, das passt genau bis Kematen. Das ich die Strecke mit dem Auto abgefahren bin, kam mir sehr entgegen wegen den Weiderosten usw.
# In Kematen dann Warten auf Inspector. Zum 2. Start hatte ich 73 km und 1.200 hm registriert.
# Axams, Brenner -> Ich war am Arsch. Kein weiterer Kommentar dazu. 27er Schnitt oben am Brenner… Ich hab‘ eigentlich nur geflucht, der Regen war nicht so übel, hat mir wenigstens meine schlechte Laune erhalten. Die Gaudi mit der Verkehrskontrolle am Rande mitgekriegt und nach kurzem Palaver mit messenger und Marathona (schreibt man das so?) runter nach Sterzing. Wetterbesserung, Wärme. Prima.
# In der Abfahrt dann Ampelstopp und einer von der Berliner Fraktion (weißes Rad, MTB-Kassette und Schaltwerk, langes Elend, sau Druck) kam ran. Gemeinsam den Rest der Abfahrt.
# Jaufenanstieg war dann schön warm, und die ersten Motorradgeschwader um mich rum. Pure Angst, teilweise.
# Die Jungs, die sich mit der Polente gestritten haben sind an mir vorbei, gleich unten am Anfang, habe dann noch Photos gemacht und meinen Trott hoch getreten.
# Schmadde und noch jemand hat mich dann auch noch gezwickt und dann war klar, dass ich die rote Laterne von der 8 Uhr Gruppe war. Nicht mein Tag…
# Nach der Hälfte vom Aufstieg -> Faxen dick. Die Moppedfahrer sind mir richtig gegen den Strich gegangen. Wenn ich Boden-Boden Raketen dabei gehabt hätte, ich hätte aufgeräumt…
# Also, Boxenstopp in der Wallachei, den halben Rucksack leergegessen und die dritte Wasserflasche angezapft -zu Glück…
# Etwas später werde ich von einer Triathletin überholt. Höchststrafe… Den Radler, der mich vorher schon gezwickt hatte, den hat sie sich auch kassiert. Saubere Sach‘
# Nach der Baumgrenze kommen mir wildfremde Radler entgegen und fragen mich, ob ich der Pinguin bin und ob alles in Ordnung ist? Ich: ???????? Später klärt sich auf: Sorgen habt ihr euch um mich gemacht. Rührend…
# Hab‘ halt etwas gebraucht, zwei Semmeln, ein Apfel, was Süßes usw. – das dauert seine Zeit…
# Die Tria-Maus sieht auf der Abfahrt kein Land und die folgenden km sind wohl die spaßigsten des Tages, zusammen mit der Timmelsjochabfahrt. Alles, was im Weg „rumstand“, ging zu überholen…
# St. Leonhard -> ich sehe ein blaues Forumstrikot. Es ist ginny. Also fahren die roten Laternen der beiden Gruppen gemeinsam weiter.
# Warum auch immer, ein bisschen schneller wie ginny war ich doch noch, in Moos habe ich in einer Wirtschaft nach Wasser gefragt, habe ein Gel in einer der Flaschen aufgelöst und auf ginny gewartet.
# So ging das dann dahin, mal war ich vor ginny, dann hatte ich Hunger, musste mal austreten, habe photografiert und anschließend den Vorsprung, den ginny hatte mühsam wieder aufgefahren. Unsere Differenzgeschwindigkeiten waren nicht wirklich groß…
# Timmelsjoch = ******hügel… Von Moos bis hoch habe ich netto 2:45 h gebraucht, brutto knapp über 3 h
# Oben auf ginny gewartet, was angezogen und dann runter bis an die Gegensteigung. ginny hat gesagt, jetzt kommen 150 hm. Sie hat sich zum Glück getäuscht, meine Aufzeichnung sagt: 120 hm… OK, das Ding war mir wurscht, kam mir fast eben vor und schon war ich an der Mautstation.
# Dort schnell Cola für mich und Wasser gekauft, damit mir meine Begleiterin nicht verdurstet und dann ging es herrlich bergab, das bisschen Gegenwind bis Sölden war egal.
# Abzweig Rettenbachferner? Hab‘ kein Schild gesehen…
# In Sölden hauts mir die Trinkflasche aus dem Halter (irgendwann ist wohl sowas mal ein ‚Muß‘) und ich hab‘ schon Angst, dass ginny deswegen was passiert ist. Aber nein, sie hat die Flasche gerettet! Danke nochmal dafür, das Ding war nagelneu…
# Um ziemlich genau 17 Uhr war ich am Auto, ginny hat noch Wasser und Futter bekommen und irgendwie kam ich mir schlecht vor. Ich war fertig, sie hat noch mindestens 3 Stunden vor sich… Zäh ist sie, keine Frage…
# Hab‘ mich zammgeräumt, rein in die Karre, runter ins nächste Kaff -> eine schöne Therme hat es da -> eine Stunde drin aufgeweicht und dann wieder das Kühtai hoch.
# Um ca. 20 Uhr treffe ich auf „meine“ ginny, wie sie im steilsten Abschnitt die 16% wegkämpft. Die Strassen sind naß, es ist Abend, es ist einsam und sie buckelt da hoch. Respekt. Allerhöchsten Respekt für diese Energieleistung!
# Am Ochsengarten mache ich kurz halt und schaue mir die zotteligen Rindviecher an, wie sie an der Bushaltestelle rumlungern. Sehr nett…
# In Kematen etwas Verwirrung wg. Abendessen, aber alles wird gut und um 24 Uhr haue ich mich in meine Kiste und penne bis 6 Uhr.
# Um 7 Uhr Start Richtung Heimat, um kurz vor 11 Uhr war ich zu Hause.

Meine theoretische Planzeit von knapp 10 Stunden netto habe ich um etwa eine halbe Stunde verfehlt, sei’s drum. Es war nicht mein Tag und die Fahrerei am Brenner in einer verdammt viel zu schnellen Gruppe war das vorgezogene Urteil für das Elend am Timmelsjoch.

Ansonsten alles wie immer – nur schlimmer…

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