FÖ 2008-1 – Domi86

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Published on: 15. Juni 2008

Domi86

 

 

So, nachdem ich mich jetzt einige Stunden regenerieren konnte, hab ich mal meine Erinnerungen und Erlebnisse vom FÖTZI-Wochenende 08 auf Papier und von dort aus über ein Eingabegerät mit vielen grauen Tasten auf den Bildschirm bzw. ins Forum gebracht:

Freitag, 13.06.:
Nachdem ich schon am Donnerstag meine Sachen gepackt habe, verbrachte ich den Freitag hauptsächlich damit verbracht, mich und meine Mama mit der Frage zu nerven, was ich vergessen haben könnte. Da aber um 17:15 Uhr mein „Taxi“ in Form von Ginny und ThomasD auftauchte, lösten sich die Vergessängste in der Aufbruchstimmung auf. Nachdem Thomas meinen Rahmen, Laufräder, Tasche und Rucksack verstaut hatte, fuhren wir los und erreichten gegen 19:45 Uhr den Rauthof. Bereits beim Ausladen und vor allem dem Fahrradaufpumpen zu Dritt tauchten bereits die ersten Forumsötziteilnehmer auf um uns zu begrüßen. Wir bezogen noch schnell unsere Zimmer im Dank EM-Besuchern vollkommen ausgebuchten Hotel und gingen im Restaurant essen. Die Tischgesellschaft wuchs auf, wenn ich mich recht entsinne, acht Radler und eine Radlerin an. Nach Auffüllen der Kohlehydratspeicher begab ich mich dann gegen 23:15 Uhr zu Bette.

Samstag, 14.06.:
Irgendwann bin ich dann aufgewacht, ein Blick aufs Handy verriet mir, dass es 5 Uhr war. Aufgrund von Vorfreude (oder war es doch Angst?) aufs Kommende stand ich mit dem Gedanken auf, dass ich dieses Zimmer wahrscheinlich erst in ca. 15 Stunden wieder sehen werde.
Um 6 Uhr ging ich dann zum Frühstücken, wo dann auch die irgendwann mitten in der Nacht angekommene Efix samt unserem Special Equipment and Care Supervisor (kurz: SECS) Thomas auftauchte. Nachdem das Frühstücksbuffet geplündert war, gings noch mal kurz aufs Zimmer um den Rucksack fürs Begleitfahrzeug und mein Radel zu holen.
Ganz langsam rollten wir dann an den Startplatz an der Kirche, wo bereits die meisten Anderen warteten. Nachdem alle begrüßt und gezählt waren (es gibt trotzdem unterschiedliche Angaben über die Teilnehmerzahl, ich bleibe bei meinen 20), ging es los in Richtung Innsbruck.
Im schönen Plaudertempo ging es auf der verhältnismäßig gering befahrenen Brennerbundesstraße in Zweierreihe bergan. Doch kurz vor Schönberg hatte die (besser gesagt: der) Quarkwade die, so viel ich weiß, einzige Panne des gesamten Tages, sein Hinterreifen hatte keine Lust auf die Quälerei und machte sich breit. Nachdem er auf die Quarkidee kam umzudrehen und uns zum Weiterfahren nötigte, kam unser SECS Thomas zu seinem ersten Arbeitseinsatz und tauschte kurzerhand Quarkwades Hinterrad gegen Efix Ersatzlaufrad und chauffierte ihn und sein Colnago am Feld vorbei nach vorne, wo er dann wieder selbst strampeln durfte. Oben am Brenner trafen sich dann wieder fast alle, bis auf Ginny, die am Jaufen wieder umdrehen wollte.
Manch einer (so wie Meiner Einer) passte die Kleidung auf die knapp 10°C an (Überschuhe aus dem Begleitfahrzeug, lange Handschuhe,…) und runter gings im geschlossenen Verbund nach Sterzing und rechts ab in Richtung Jaufenpass.
Dort habe ich mich dann an Pinguin gehängt und bin mit ihm die 7-9% raufgerollt. Joey meinte, ihm sei kalt, so ist er ein bisschen schneller hochpedaliert. Gonna hat noch mitgehalten, dann allerdings auch auf ein menschliches Tempo zurückgebremst. Zu viert oder fünft sind wir dann bei der Hütte am Jaufen eingefallen, wo bereits Joey und noch ein oder zwei „Ausreißer“ warteten. Nachdem manch einer Apfelstrudel und/oder Kaffee zu sich genommen hatte, waren wieder alle Ötzis zusammen und es ging in kleinen Grüppchen oder soli hinab nach St. Leonhard.
Dort traf ich, der alleine die Abfahrt gefahren war, wieder auf ca. sieben Membärs. Zusammen mit Gonna und Joey fuhr ich die ersten Kilo- und Höhenmeter in Richtung Timmelsjoch, bevor es Joey offenbar wieder zu langsam war und er mit unglaublicher Lockerheit von dannen zog. Gonna blieb in meiner Sichtweite und nach einem kurzen Flachstück konnte ich wieder zu ihm aufschließen. Zusammen sind wir dann in angenehmem Tempo die nächsten Höhenmeter gefahren, bis wir in Schönau wieder auf drei, vier Kollegen stießen.
Nachdem ich meine Trinkflaschen am Schlauch aufgefüllt und mit einem Gel versetzt hatte, fuhr ich mit Pinguin und Joey weiter zu den letzten steilen Timmelsjochkilometern. Nachdem Joey uns noch ein Ständchen geträllert hat, verließ er uns dann wieder mal nach vorne. Ein Paar Kehren weiter wusste ich dann auch, warum das Timmelsjoch beim Kötzi einige Leute fertigmacht, aber auf der Fötzi Strecke ist es wahrscheinlich nicht ganz so schlimm bzw. eher erträglich . Kaum dass es an den letzten Tunneln flach wurde, war es plötzlich eiskalt. Also hab ich auch mal probiert ein bisschen schneller zu fahren damit es warm wird, hat allerdings nicht richtig funktioniert (also das warm werden ). An der Passhöhe hab ich dann windgeschützt an einem Häuschen gehalten und nachdem ich mir jedes Kleidungsstück angezogen hatte, das ich irgendwo an mir fand, ging es zusammen mit Paraglider und Pinguin in Richtung Gegensteigung.
Hab ich schon erwähnt, dass es eiskalt war? Mein Tacho hat zwar 7°C angezeigt, mir kams vor wie 0°C, aber der Gedanke an die Gegensteigung erwärmte das Herz . Beim Raufstiefeln zur Mautstation wurde es tatsächlich angenehm warm unter meinen zwei Jacken. Von dort aus gings dann zu viert weiter nach Sölden, allerdings machte an der letzten Ministeigung vorm Ortsschild mein linker Oberschenkel zu (Krampf), weshalb ich ausklickte und nur mit Rechts pedalierte, was dem Bein nicht gefiel und auch noch krampfte. Also wieder eingeklickt und stehend mit durchgestreckten Beinen bis zur Tankstelle gerollt, wo ein blaulippiger und vibrierender Joey wartete.
Zu acht sind wir dann in ein schönes kleines Cafe mit Bäckerei gegangen und haben uns dort wieder aufgewärmt (innerlich mit koffeinhaltigen Heißgetränken, äußerlich durch eine sehr gut funktionierende Heizung). Nach und nach trudelten immer mehr leicht verfroren wirkender Rennradler ein. Nachdem ich mein Vinschgerl und eine Pizzastange gegessen hatte, wollte ich mit Pinguin eigentlich zum Spar gegenüber, der war zu, daher mussten wir doch zur Tanke zurückwandern. Mann war das kalt da, brrrr….
Als die Trinkflaschen wieder gefüllt waren, gings zu acht weiter durchs Ötztal. Allerdings war für mich in Längenfeld oder Au Schluss mit Gruppefahren, da an einer unscheinbar wirkenden Mikrosteigung im Ort mein linker Oberschenkel erneut verkrampfte. Also klinkte ich mich aus und fuhr nach kurzer Dehnpause alleine weiter. Im Flachen war das auch kein Problem, es rollte trotz Gegenwind ziemlich locker mit 35-40km/h, aber jede Steigung bedeutete Krampf oder runterschalten aufs kleine Blatt. Die Kleinschalttaktik sah bestimmt bescheiden aus und kam mir ebenso vor, aber sie erfüllte ihren Zweck. Und so kam ich mit nur einem weiteren Krampf mit anschließender Dehnpause um 17:15 Uhr in Ötz an und versuchte die ersten 200m Kühtaiauffahrt ganz langsam.
Da die krampffrei abliefen, stoppte ich und zog meine Jacken aus. Ich fuhr ganz vorsichtig weiter und wurde am Ortsausgang von einem Rennradler eingeholt, der einen Kühtaitrainingstag eingelegt hatte und gerade zum dritten Mal hochradelte. Wir sind dann zusammen weitergefahren und haben uns wunderbar unterhalten, worüber ich sämtliche Krampfängste verlor und mir das Kühtai eigentlich ziemlich schön und locker vorkam. Selbst die steile Rampe hinter Ochsengarten stellte kein allzu großes Hindernis mehr dar und plötzlich waren wir schon oben. Dort zog ich mir dann wieder alles an was ich dabei hatte, es begann auch minimal zu nieseln, aber kaum spürbar.
Dann verabschiedete ich mich von meinem freundlichen Allgäuer Mitfahrer und machte mich auf die letzten 20 km Abfahrt. Nach 5 Minuten war wieder alles trocken und ich vollkommen glücklich, dass die Schinderei jetzt gleich vorbei ist und ich eine wunderbar warme Dusche im Zimmer habe. Um kurz vor 19 Uhr war ich dann wieder am Kirchplatz und traf dort Joey und Gonna. Mit einem riesen Grinsen rollte ich dann die letzen Meter zum Rauthof und feierte unter der Dusche mit einer Flasche Orangensaft meine erfolgreiche Premiere auf der Ötztaler Runde und damit auch beim Fötzi.
Nachdem ich noch kurz den spanischen Last-Minute-Sieg im TV angeschaut habe, klopfte es auch schon an der Tür und ich wurde von drei hungrigen Radlern und einem mindestens genauso erschöpften Begleitfahrzeugfahrer zum Essen abgeholt. Dort versuchten wir zu 13. dann den Kohlenhydratverlust des Tages irgendwie auszugleichen, was wohl Joey mit einer Rechnung von ca. 40€ am Besten gelang .
Die Gesprächsthemen waren die Üblichen, wenn RennradfaherInnen am Tisch sitzen (Laufräder mit WuschWusch-Geräuschen, Bremsen die nix Bremsen, Räder die nix wiegen, Radler die nicht radeln können, Radler die radeln können, Inkompatibilitätsprobleme bei Tainings- und sonstigen Planungen, usw…). Dadurch dass aber auch unser SECS am Tisch saß, kamen vollkommen unbekannte Begriffe wie „Stoßdämper“, „Formel 1“ und solche seltsamen Bezeichnungen zur Sprache .
Irgendwann löste sich die Runde dann auf, da ja manch einer noch heimfahren wollte und der Rest komischerweise von einer leichten Müdigkeit heimgesucht wurde. Nachdem ich dann auf ORF1 noch bis ca. 1 Uhr „Unbreakable“ mit Bruce Willies angeschaut habe, allerdings der Handlung nicht mehr richtig folgen konnte, da mir immer so Bruchstücke des Films durch kurze Schlafpausen fehlten, war der schöne Tag dann auch für mich zu Ende.

Sonntag, 15.06.:
Heute war ausschlafen angesagt und so tauchte ich um halb zehn als letzter zum Frühstück auf. Dafür habe ich dann auch am längsten gegessen. Nachdem wir uns bis ca. 10:15 Uhr noch wunderbar unterhalten haben, hieß es dann Taschen packen, zusammen mit Rennrädern irgendwie im Auto verstauen und heimfahren. Das taten wir dann auch, nachdem wir uns von allen noch Anwesenden verabschiedet haben.

Schlussendlich möchte ich mich noch bei allen bedanken, die dabei waren und das Leiden damit in Spaß umgewandelt haben. Besonders hervorzuheben ist aus meiner Sicht die Leistung von unserem Begleitfahrzeugfahrer Thomas, der immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort für jeden da war .
Außerdem natürlich bei Zwanzich, der wohl richtig viel Arbeit und Herzblut in die Sache gesteckt hat, aber dann leider nicht dabei sein konnte. Aber er wurde ja durch die Teilnehmerzahl repräsentiert

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